
Ein umstrittenes Thema, wenn es um Poker geht. Kann ein Spieler, der “nach seinem Gefühl” spielt, wirklich auf Dauer erfolgreich sein? Durch den Online-Boom und die immer größer werdende Community, die sich vor allem durch mathematisch begabte Spieler verbessert, sind Gefühlsspieler schnell als Fische abgestempelt worden. Immerhin haben sie keinen empirischen Beweis für die Richtigkeit ihrer Entscheidungen. Auf der anderen Seite stehen die ganzen Spieler, die einen “mathematical approach” wählen und Ranges, Wahrscheinlichkeiten und Tendenzen der Spieler durch Formeln und Rechnungen beweisen und dadurch natürlich empirisch bestärken.
Doch ist die Tatsache, dass der mathematische Ansatz logisch und rational funktioniert, gleichzeitig das Ausschlusskriterium für “spielen nach Gefühl”? Viele Spieler auf den HighStakes haben niemals mit Hold’em Manager gearbeitet, haben keine Range-Berechnungen angestellt und halten sich trotzdem seit langer Zeit an der Spitze der Pokerelite. Wie kann das sein? Wir müssen uns nichts vormachen: auch die Gefühlsspieler wissen wie viele Outs sie in welcher Situation haben. Doch darum dreht sich die Diskussion nicht. Ein mathematischer Ansatz würde beispielsweise in einer bestimmten Situation immer einen bestimmten Spielzug wählen. Das einfachste Beispiel: Pocket Aces PreFlop First-In immer zu erhöhen. Ein Gefühlspieler wird hier ab und zu wiedersprechen und seine Hand anders spielen – ist er dadurch gleich ein Fisch?
Laut Sklansky gewinnen wir im Poker immer dann Geld, wenn wir unsere Hand so spielen, als ob wir die Hand des Gegners genau kennen. Würden wir wissen, dass der Gegner gerade mit Aces vor dem Flop erhöht, könnten wir unsere Kings direkt mucken, da wir ja sonst Geld in den Pot bringen, obwohl unsere Gewinnchance nur bei 20% liegt. Doch leider funktioniert dieser Ansatz nicht, da man den Gegner kaum auf genau diese eine Hand setzen kann – er wird in dieser Situation ja nicht nur Aces, sondern auch eine Vielzahl anderer Hände genauso erhöhen. Demnach müssen wir uns überlegen, wie unsere Hand gegen diese Reihe an Händen in punkto Wahrscheinlichkeit zu gewinnen steht. Demnach dürfen wir Pocket Kings niemals gegen ein einzelnes Raise folden – dennoch gibt es Feel-Spieler, die diesen Spielzug wählen – doch warum? Genau das ist der Punkt, weshalb die Diskussion so hitzig ist. Einen logischen Grund dafür gibt es nicht – sie tun es einfach und liegen damit oftmals sogar richtig. Man nennt es auch Gut-Feeling, das Bauchgefühl sagt einem was zu tun ist. Ob das der bessere Ansatz ist? Diese Frage wird wohl noch lange diskutiert werden – die Tendenz jedoch ist klar – eine Rechnungsweise lernen kann jeder, ein Gefühl fürs Game entwickeln nicht…demnach wählen immer mehr Anfänger den mathematischen Ansatz. Was in Zahlen bewiesen werden kann, ist richtig! Doch ist das wirklich das Non-Plus-Ultra?
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